Strengere Regeln für Immobilienkredite

02/06/2016

Die anhaltende Niedrigzinsphase und das schwindende Vertrauen in das Geldsystem hat viele Bürger zu einem Immobilienkauf verleitet. Die Flucht in den Sachwert Immobilie hat die Preise für Wohnungen und Häuser stark nach oben getrieben. Davon betroffen sind nicht nur die Toplagen in den Ballungsgebieten wie z.B. München, Berlin und Hamburg.  
 

Die hohen und teilweise absurden Preise verlieren jedoch bei den niedrigen Zinsen oft ihren Schrecken. Leider rechnen sich nicht nur die Käufer die Investition schön, sondern auch viele Banken und Berater. Letztere haben ja auch Zielvereinbarungen mit Ihrem Arbeitgeber zu erfüllen. So ist es auch dem Gesetzgeber in den letzen Jahren nicht entgangen, dass in mehreren Fällen Darlehen vergeben wurden, die letztendlich mit hohen Risiken verbunden sind. Wenn die Wünsche eben größer als die Rechenkünste der Käufer sind, fällt es nur den wenigsten Bürgern auf, dass ihre Darlehenslaufzeiten bei nur 1%iger Anfangstilgung meist über 40 Jahre betragen. Mehrere Finanzierungskonzepte für Selbstnutzer und auch Vermieter dürften nach Ablauf der ersten Zinsbindungsphase in eine kalkulatorische Schieflage geraten, sofern die Zinsen bis dato deutlich höher ausfallen sollten.

 

Der Gesetzgeber hat daher seit März 2016 die Regeln für die Darlehensvergabe verschärft. Neben der eingehenderen Prüfung der Kreditwürdigkeit müssen nun alle Informationen über Leistung, Pflichten, Kosten und Risiken der geplanten Finanzierung vor dem Abschluss in einem nach EU-Vorgaben entwickelten Merkblatt gelistet und ausgehändigt werden. Die Tendenz, in die Finanzierung ein oder mehrere Risikolebensversicherungen zum Schutz der Familie einzubauen, ist ebenfalls positiv zu bewerten.

 

Die neuen Regeln sind nicht nur eine Formalie. Ist z.B. die Kreditwürdigkeit nicht ausreichend, darf die Bank die Finanzierung nicht durchführen. Wird die Finanzierung dennoch gewährt, kann die Haftung u.U. auf die Bank übertragen werden.

 

Fazit: Viele Bürger werden vor Überschuldungsrisiken bewahrt, auch wenn die Ablehnung der Finanzierung oft als große Enttäuschung empfunden wird. Der Schutz greift aber nicht nur auf die Bürger sondern auch auf die Kreditinstitute. Wenn man etwas aus der Kreditkrise gelernt haben sollte, dann sind es für das Geldsystem notwendige finanziell stabile Banken, die nicht mit Hilfe von Steuergeldern gerettet werden müssen.

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