Einbahnstrasse BREXIT

28/06/2016

Mit der in der vergangenen Woche getroffenen knappen Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt gerieten die Aktienkurse weltweit unmittelbar unter Druck. Vor allem europäische Werte waren besonders betroffen. Auf der Währungsseite verlor das britische Pfund  binnen weniger Tage über 8% und der Euro schwächelte vor allem gegen die erstarkten Währungen US Dollar und Yen. Deutlich geringere Auswirkungen hatte die britische Entscheidung auf die Werte aus den USA und den Schwellenländern. 

 

Katerstimmung setzte kurz nach der Bekanntgabe des Auszählungsergebnisses vor allem bei den Protestwählern ein, die eine Neuwahl forderten, die über eine Petition bereits binnen 48 Stunden 2 Mio. Unterstützer fand. Vor allem die jungen Briten werden schlechtere Zukunftsperspektiven zu erwarten haben. Dies ist besonders bitter, da die Wahlbeteiligung der unter 21 jährigen nur rd. 35% betrug (Gesamtbeteiligung rd. 73%). Auch wenn die politischen BREXIT Befürworter einige ihrer Wahlversprechen zurücknahmen, was mit großer Ernüchterung aufgenommen wurde, ist dennoch von einem Austritt nach Artikel 50 des Lissaboner Vertrages auszugehen, der innerhalb 2 Jahren umgesetzt werden muss.

 

Die englische Fußballnationalmannschaft schien den EU-Austritt ebenfalls sehr ernst zu nehmen und verabschiedete sich frühzeitig aus der Europameisterschaft, indem sie im Entscheidungsspiel gegen die Fußballgroßmacht Island verlor. 

 

Wie deutlich sich Großbritannien in Kleinbritannien wandeln wird, hängt von den zukünftigen politischen Entscheidungen ab, die die hohe Staatsverschuldung und das Handelsbilanzdefizit sowie die Unzufriedenheit der Bürger lösen sollen. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass Schottland als EU-Befürworter ein Unabhängigkeitsreferendum anstreben wird, um sich von England zu lösen.

 

Während der Finanzplatz London vor einer massiven Schwächung steht, könnten die Finanzplätze in Frankfurt, Paris oder Luxemburg von dem BREXIT deutlich profitieren. Die strukturellen Probleme der EU-Staaten (hohe Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Wachstum) werden allerdings bleiben. Somit ist an den Finanzmärkten - zumindest mittelfristig - mit einer erhöhten Volatilität und einem schwachen Euro zu rechnen. Dies birgt nicht nur Risiken sondern auch Chancen.

 

Allerdings besteht die Gefahr, dass die "Anti-Europa-Parteien" weiterhin erstarken. Die nächste größere Entscheidung ist hier im April 2017 in Frankreich zu erwarten. Sofern es hier - wie in den übrigen EU-Ländern - die EU Politiker weiterhin nicht verstehen, die Chancen der EU zu vermitteln, die eben nur ein starkes gemeinsames Europa innerhalb der Globalisierungsprozesse hat, werden sich vor allem die bildungsfernen Mehrheiten für kleindenkende lokal patriotische Wege entscheiden, die Sicherheit, Souveränität und Stabilität versprechen, aber noch kein einziges Mal real bewiesen haben.  Vielleicht verfolgt deshalb die EU das Ziel, den britischen Austritt so schnell als möglich abzuwickeln. In diesem Fall würden die verantwortlichen BREXIT Politiker endlich an ihren Lösungen und Ergebnissen gemessen. Das Feindbild EU wird dann nicht mehr für das eigene politische Versagen verwendet werden können.  

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